Kinesiologie Tape, was sollte ich vor der Anwendung wissen.
Was ist Kinesiologie Taping?

Die Methode wurde in den siebziger Jahren von einem japanischen Chiropraktiker entwickelt. Anders als ein klassischer Tapeverband stellt das Kinesiologie Tape das Gelenk nicht ruhig, sondern lässt Bewegung weiterhin zu – das ist der zentrale Unterschied zum unelastischen Sporttape.
Das Kinesiologie Tape ist ein Baumwollband, das durch die Beimischung von 5 % Elastan elastisch wird und sich der Bewegung des Körpers anpasst. Eine hautfreundliche Acrylklebeschicht sorgt für die Haftung. Duschen, Schwimmen und schweißtreibender Sport sind kein Problem; nach etwa 4 bis 7 Tagen löst sich das Band von allein. Es dehnt sich um rund 130 % und ist dabei nicht nur längs, sondern auch quer elastisch, sodass es der Gelenkbewegung gut folgen kann. Zusätzlich ist das Band luft- und feuchtigkeitsdurchlässig.
Eigenschaften nochmal im Überblick
- 95 % Baumwolle und 5 % Elastan
- hautfreundlicher Acrylkleber
- wasser- und schweißfest
- luft- und feuchtigkeitsdurchlässig
- längs und quer elastisch
- Band ähnelt den menschlichen Hauteigenschaften
- dehnt sich um 130 bis 140 %
Wo wird Kinesiologie Tape eingesetzt?
Angelegt wird das Tape überwiegend in der Physiotherapie, in der Sportmedizin und im Training – begleitend zu einer Behandlung, nicht an deren Stelle. Wie es wirkt und wie stark, wird in der Fachwelt unterschiedlich beurteilt; belastbare Nachweise stehen für viele Anwendungen bislang aus.
Wenn Sie Beschwerden haben, besprechen Sie die Anwendung bitte mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Physiotherapeutin. Ein Tape ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung.
Wie wird es angelegt?
Kinesiologie Tapes werden angebracht, indem Muskeln und Gelenke zunächst in eine gedehnte Position gebracht werden und das Tape ohne Zug auf die Haut aufgelegt wird. Sobald der Körperteil wieder entspannt ist, hebt das Tape die Haut leicht an und es entstehen die charakteristischen Wellen, die sogenannten Convolutions. Sie sind das typische Bild einer sauber angelegten Anlage.
Welche Anlage im Einzelfall sinnvoll ist, gehört in geschulte Hände – Physiotherapeutinnen und Sportmediziner lernen das Anlegen in eigenen Fortbildungen.
Spielt die Farbe des Tapes eine Rolle?

Am Material gibt es zwischen den Farben keinen Unterschied – Zusammensetzung, Dehnung und Kleber sind identisch. Die Farbe ist eine reine Geschmacksfrage: Viele wählen sie passend zum Sportoutfit oder einfach nach Vorliebe. Der beige Ton wird häufig genommen, wenn das Tape möglichst wenig auffallen soll. In Praxen dient die Farbe außerdem dazu, verschiedene Anlagen auseinanderzuhalten.
Wichtige Tipps für die Anwendung von Kinesiologie Tapes
Um eine optimale Klebkraft zu erzielen, sollte die Haut trocken, sauber und fettfrei sein.
- Direkter Hautkontakt verbessert die Haftung – es ist also ratsam, die betreffende Stelle zu rasieren oder zu enthaaren.
- Das Tape hält besser und länger, wenn die Ecken rund geschnitten werden.
- Die Basis (Anker) des Tapes ohne Zug ansetzen. Der Anker ist die Stelle, an der man mit dem Tape beginnt.
- Beim Kleben darauf achten, dass das Tape keine Falten schlägt – darunter können sich Blasen auf der Haut bilden.
- Auch die Haut selbst sollte unter dem Tape keine Falten bilden.
- Damit möglichst viele Convolutions entstehen, den Körper in eine Dehnungsposition bringen und das Tape ohne Zug aufbringen.
- Nicht zu viel Spannung auf das Tape geben – das kann zu Blasen oder Hautirritationen führen.
- Nach dem Aufkleben mehrmals über das Band streichen, um den Kleber zu aktivieren.
- Das Tape vorsichtig entfernen: Mit etwas Öl (Baby- oder Olivenöl) löst sich der Acrylkleber leichter, alternativ das Tape langsam von der Haut abrollen.
- Bei gereizter, verletzter oder sehr empfindlicher Haut nicht tapen und im Zweifel fachlichen Rat einholen.